Wer einen Kredit beantragen, eine Wohnung mieten oder einen Mobilfunkvertrag abschließen möchte, kommt früher oder später mit der SCHUFA in Berührung. Viele Verbraucher wissen jedoch gar nicht, welche Informationen dort über sie gespeichert sind. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig eine Schufa-Auskunft kostenlos anzufordern. So können Sie Ihre gespeicherten Daten überprüfen, Fehler erkennen und bei Bedarf korrigieren lassen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die kostenlose Schufa-Auskunft beantragen, welche Daten enthalten sind und warum eine regelmäßige Kontrolle Ihrer Bonität sinnvoll ist.
Was ist die SCHUFA?
Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) sammelt Informationen über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern. Banken, Mobilfunkanbieter, Versandhändler oder Vermieter nutzen diese Daten, um das Risiko eines Zahlungsausfalls besser einschätzen zu können.
Entgegen eines weit verbreiteten Irrtums speichert die SCHUFA nicht ausschließlich negative Informationen. Auch viele positive Vertragsdaten können in die Bonitätsbewertung einfließen.
Warum sollte ich meine Schufa-Auskunft regelmäßig prüfen?
Viele Verbraucher beschäftigen sich erst mit ihrer SCHUFA, wenn ein Kredit abgelehnt wurde. Dabei kann eine regelmäßige Kontrolle helfen, Fehler frühzeitig zu erkennen.
Eine Schufa-Auskunft kann sinnvoll sein, wenn Sie:
- einen Kredit aufnehmen möchten,
- eine Baufinanzierung planen,
- eine Wohnung suchen,
- Ihre Bonität überprüfen möchten,
- fehlerhafte Einträge vermuten.
Auch wenn aktuell kein Finanzierungswunsch besteht, empfiehlt es sich, die gespeicherten Daten in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.
Welche Schufa-Auskunft ist kostenlos?
Viele Verbraucher verwechseln die kostenlose Datenkopie mit kostenpflichtigen SCHUFA-Produkten.
Die kostenlose Schufa-Auskunft ist die sogenannte Datenkopie nach Art. 15 DSGVO.
Sie enthält unter anderem:
- persönliche Stammdaten,
- gespeicherte Vertragsinformationen,
- laufende und erledigte Kredite,
- vorhandene Girokonten,
- Kreditkarten,
- Anfragen von Unternehmen,
- Ihren aktuellen SCHUFA-Score,
- Informationen über gespeicherte Vertragspartner.
Für die eigene Kontrolle reicht diese kostenlose Auskunft in den meisten Fällen vollkommen aus.
So fordern Sie Ihre Schufa-Auskunft kostenlos an
Die Beantragung ist unkompliziert und dauert meist nur wenige Minuten.
Schritt 1: Antrag stellen
Rufen Sie die offizielle Internetseite der SCHUFA auf und wählen Sie die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO aus.
Schritt 2: Persönliche Daten eingeben
Anschließend geben Sie Ihre persönlichen Angaben ein. Dazu gehören beispielsweise:
- Vor- und Nachname,
- Geburtsdatum,
- aktuelle Anschrift.
Je nach Verfahren kann zusätzlich ein Identitätsnachweis erforderlich sein.
Schritt 3: Bearbeitung abwarten
Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie Ihre Schufa-Auskunft in der Regel per Post. Die Bearbeitungsdauer kann einige Tage betragen.
Welche Daten enthält die Schufa-Auskunft?
Die Datenkopie bietet einen umfassenden Überblick über Ihre gespeicherten Informationen.
Dazu gehören unter anderem:
- persönliche Daten,
- Girokonten,
- Kreditkarten,
- laufende Kredite,
- erledigte Finanzierungen,
- Leasingverträge,
- Mobilfunkverträge,
- SCHUFA-Score,
- Anfragen von Unternehmen.
So erhalten Sie einen guten Überblick darüber, welche Informationen Unternehmen bei einer Bonitätsprüfung sehen können.
Worauf sollten Sie besonders achten?
Nach Erhalt der Auskunft sollten Sie alle Angaben sorgfältig prüfen.
Kontrollieren Sie insbesondere:
- Sind Ihre persönlichen Daten korrekt?
- Sind alte Kredite bereits als erledigt gespeichert?
- Sind unbekannte Verträge vorhanden?
- Gibt es doppelte Einträge?
- Stimmen die gespeicherten Anschriften?
Schon kleine Fehler können sich negativ auf die Bonität auswirken.
Was tun, wenn die Schufa-Auskunft fehlerhaft ist?
Sollten Sie falsche oder veraltete Einträge entdecken, können Sie eine Berichtigung beantragen.
Dafür sollten Sie:
- den fehlerhaften Eintrag dokumentieren,
- entsprechende Nachweise sammeln,
- die SCHUFA schriftlich kontaktieren,
- gegebenenfalls zusätzlich das meldende Unternehmen informieren.
Nach erfolgreicher Prüfung werden unrichtige Daten korrigiert oder gelöscht.
Wie oft kann ich die kostenlose Schufa-Auskunft anfordern?
Grundsätzlich haben Verbraucher das Recht, regelmäßig eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO anzufordern.
In der Praxis genügt es häufig, die Auskunft einmal jährlich zu prüfen oder immer dann, wenn eine größere Finanzierung geplant ist.
Verbessert die Schufa-Auskunft meinen Score?
Nein. Das Anfordern der kostenlosen Schufa-Auskunft hat keinen Einfluss auf Ihren SCHUFA-Score.
Sie dient ausschließlich dazu, Ihre gespeicherten Daten einzusehen und gegebenenfalls Fehler korrigieren zu lassen.
Wie hängt die Schufa-Auskunft mit der Bonität zusammen?
Banken und andere Unternehmen nutzen die SCHUFA häufig als einen Baustein ihrer Bonitätsprüfung. Neben den gespeicherten SCHUFA-Daten fließen jedoch oft weitere Faktoren ein, beispielsweise:
- Einkommen,
- bestehende finanzielle Verpflichtungen,
- Beschäftigungsverhältnis,
- Haushaltsrechnung.
Eine gute SCHUFA allein garantiert daher nicht automatisch eine Kreditzusage.
Wenn Sie Ihre Bonität langfristig verbessern möchten, lesen Sie auch unseren Ratgeber Schufa-Score verbessern: 10 praktische Tipps für eine bessere Bonität.
Häufige Irrtümer rund um die SCHUFA
Speichert die SCHUFA nur negative Einträge?
Nein. Die SCHUFA speichert sowohl positive als auch negative Vertragsinformationen.
Ist die kostenlose Auskunft wirklich kostenlos?
Ja. Die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO kann kostenfrei beantragt werden.
Verschlechtert die Anfrage meinen Score?
Nein. Das Anfordern Ihrer eigenen Daten hat keinerlei Einfluss auf Ihren SCHUFA-Score.
Fazit
Eine Schufa-Auskunft kostenlos anzufordern ist sinnvoll, um die eigenen gespeicherten Daten regelmäßig zu kontrollieren. Fehler lassen sich frühzeitig erkennen und gegebenenfalls korrigieren. Gerade vor einer Kreditaufnahme oder einer Baufinanzierung kann ein Blick in die eigene Schufa-Auskunft helfen, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Wer seine Bonität langfristig im Blick behält und die gespeicherten Daten regelmäßig überprüft, schafft eine gute Grundlage für zukünftige Finanzierungen und Verträge.
