ETF-Sparplan einfach erklärt: So starten Anfänger mit dem Investieren

Ein ETF-Sparplan kann für Anfänger ein einfacher Einstieg in die Geldanlage sein. Bereits mit kleinen monatlichen Beträgen lässt sich langfristig Vermögen aufbauen. Wichtig sind ein passendes Depot, breite Risikostreuung, niedrige Kosten und ein langer Anlagehorizont.

Inhaltsverzeichnis

Ein ETF-Sparplan gehört zu den beliebtesten Möglichkeiten, langfristig Vermögen aufzubauen. Der Grund ist einfach: Anleger müssen nicht jeden Monat einzelne Aktien auswählen, sondern investieren regelmäßig in einen Fonds, der einen ganzen Markt oder Index abbildet. Gerade für Einsteiger kann das eine verständliche und vergleichsweise einfache Form der Geldanlage sein.

Trotzdem gilt: Auch ein ETF-Sparplan ist keine sichere Geldanlage wie ein Tagesgeldkonto. Der Wert kann schwanken, zwischenzeitliche Verluste sind möglich und eine Garantie auf Gewinne gibt es nicht. Wer jedoch langfristig denkt, breit streut und nur Geld investiert, das kurzfristig nicht benötigt wird, kann mit einem ETF-Sparplan einen soliden Einstieg in die Geldanlage finden.

Was ist ein ETF-Sparplan?

ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Auf Deutsch bedeutet das: börsengehandelter Fonds. Ein ETF bildet in der Regel einen bestimmten Index nach, zum Beispiel den MSCI World, den FTSE All-World, den DAX oder den S&P 500.

Ein ETF-Sparplan bedeutet, dass Sie regelmäßig einen festen Betrag in einen solchen ETF investieren. Das kann zum Beispiel monatlich, alle zwei Monate oder quartalsweise sein. Viele Broker ermöglichen Sparpläne bereits ab kleinen Beträgen, zum Beispiel ab 25 Euro oder 50 Euro pro Monat.

Der Vorteil: Sie müssen nicht jedes Mal aktiv entscheiden, wann Sie kaufen. Der Sparplan läuft automatisch weiter, solange Sie ihn nicht ändern oder stoppen.

Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?

Bei einem ETF-Sparplan legen Sie zunächst ein Wertpapierdepot an. Über dieses Depot kaufen und verwalten Sie Ihre ETF-Anteile. Anschließend wählen Sie einen ETF aus und bestimmen die Sparrate.

Ein Beispiel:

Sie richten einen ETF-Sparplan über 50 Euro monatlich ein. Jeden Monat wird dieser Betrag automatisch von Ihrem Verrechnungskonto abgebucht und in den gewählten ETF investiert. Je nachdem, wie hoch der Kurs des ETFs gerade ist, erhalten Sie mehr oder weniger Anteile.

Ist der ETF-Kurs niedrig, kaufen Sie für Ihre 50 Euro mehr Anteile. Ist der Kurs höher, kaufen Sie weniger Anteile. Dadurch investieren Sie regelmäßig, ohne versuchen zu müssen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden.

Mehr zum passenden Depot finden Sie hier: Depotkonto eröffnen

Warum eignen sich ETF-Sparpläne für Anfänger?

ETF-Sparpläne sind für viele Einsteiger interessant, weil sie einfach, flexibel und vergleichsweise kostengünstig sein können. Sie müssen kein Börsenprofi sein, um mit einem breit gestreuten ETF zu starten.

Ein großer Vorteil ist die breite Risikostreuung. Wer eine einzelne Aktie kauft, ist stark von der Entwicklung dieses einen Unternehmens abhängig. Ein ETF investiert dagegen je nach Index in viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder. Dadurch verteilt sich das Risiko besser.

Außerdem sind ETFs meist günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds versucht ein Fondsmanager, den Markt zu schlagen. Bei ETFs wird dagegen meist nur ein Index nachgebildet. Dadurch fallen häufig geringere laufende Kosten an.

Wie viel Geld sollte man monatlich investieren?

Das hängt von Ihrer finanziellen Situation ab. Wichtig ist nicht, mit möglichst hohen Beträgen zu starten, sondern regelmäßig und langfristig zu investieren.

Für Anfänger kann bereits eine kleine Sparrate sinnvoll sein. Zum Beispiel:

  • 25 Euro monatlich zum Ausprobieren
  • 50 Euro monatlich für einen ersten langfristigen Sparplan
  • 100 Euro oder mehr, wenn ausreichend finanzieller Spielraum vorhanden ist

Wichtig ist: Investieren Sie nur Geld, das Sie nicht kurzfristig benötigen. Bevor Sie mit einem ETF-Sparplan starten, sollte ein finanzieller Puffer vorhanden sein. Dieser Notgroschen kann zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto liegen und für unerwartete Ausgaben genutzt werden.

Als Orientierung gilt: Erst Rücklagen bilden, dann investieren.

Welche ETFs eignen sich für den Einstieg?

Für Anfänger sind vor allem breit gestreute Aktien-ETFs interessant. Dazu zählen zum Beispiel ETFs auf weltweite Aktienindizes. Solche ETFs investieren nicht nur in einzelne Länder oder Branchen, sondern in viele Unternehmen aus unterschiedlichen Märkten.

Häufig genannte Beispiele sind:

  • MSCI World
  • FTSE All-World
  • MSCI ACWI

Der MSCI World enthält vor allem große und mittelgroße Unternehmen aus Industrieländern. Der FTSE All-World und der MSCI ACWI decken zusätzlich auch Schwellenländer ab. Dadurch ist die Streuung noch breiter.

Nicht jeder ETF ist automatisch gut geeignet. Vorsicht ist zum Beispiel bei sehr speziellen Themen-ETFs geboten, etwa zu einzelnen Branchen, Trends oder Rohstoffen. Diese können stärker schwanken und sind für Anfänger oft schwieriger einzuschätzen.

Thesaurierend oder ausschüttend – was ist besser?

Bei ETFs gibt es zwei Varianten: thesaurierende und ausschüttende ETFs.

Ein ausschüttender ETF zahlt Erträge wie Dividenden regelmäßig an Anleger aus. Das Geld landet dann auf dem Verrechnungskonto.

Ein thesaurierender ETF legt Erträge automatisch wieder im Fonds an. Dadurch kann der Zinseszinseffekt langfristig stärker wirken, weil das Geld im Investment bleibt und weiter mitarbeiten kann.

Für langfristigen Vermögensaufbau nutzen viele Anleger thesaurierende ETFs. Wer dagegen regelmäßige Ausschüttungen erhalten möchte, kann auch einen ausschüttenden ETF wählen.

Für Anfänger ist wichtiger als die Ausschüttungsart: Der ETF sollte breit gestreut, kostengünstig und langfristig passend sein.

Welche Kosten können entstehen?

Auch wenn ETFs als günstig gelten, sind sie nicht kostenlos. Anleger sollten besonders auf diese Kosten achten:

Laufende ETF-Kosten:
Diese werden oft als TER angegeben. TER steht für „Total Expense Ratio“ und zeigt die laufenden jährlichen Kosten des Fonds.

Sparplangebühren:
Einige Broker berechnen pro Sparplanausführung eine Gebühr. Andere bieten bestimmte ETF-Sparpläne kostenlos an.

Depotgebühren:
Manche Banken verlangen Gebühren für das Wertpapierdepot. Viele Online-Broker bieten Depots inzwischen kostenlos an.

Spread:
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Auch dieser Unterschied kann indirekt Kosten verursachen.

Gerade bei kleinen Sparraten können Gebühren ins Gewicht fallen. Deshalb lohnt sich vor dem Start ein genauer Blick auf Depotkosten und Sparplangebühren.

Welche Risiken gibt es bei ETF-Sparplänen?

Ein ETF-Sparplan ist keine garantierte Geldanlage. Auch breit gestreute ETFs können im Wert fallen. Besonders Aktien-ETFs schwanken teilweise deutlich. In schlechten Marktphasen können Anleger zwischenzeitlich hohe Verluste sehen.

Wichtig ist deshalb ein langer Anlagehorizont. Wer das Geld in zwei oder drei Jahren sicher benötigt, sollte vorsichtig sein. Für kurzfristige Ziele eignen sich Tagesgeld oder Festgeld oft besser.

Typische Risiken bei ETF-Sparplänen sind:

Kursschwankungen:
Der Wert des ETFs kann steigen und fallen.

Marktrisiko:
Wenn der gesamte Aktienmarkt fällt, fällt meist auch ein breit gestreuter Aktien-ETF.

Währungsrisiko:
Viele weltweite ETFs enthalten Aktien aus Ländern mit anderen Währungen, zum Beispiel US-Dollar.

Produktrisiko:
Nicht jeder ETF ist gleich aufgebaut. Anleger sollten verstehen, worin sie investieren.

Wichtig ist: Schwankungen gehören zur Börse dazu. Wer bei fallenden Kursen panisch verkauft, realisiert Verluste oft genau im falschen Moment.

ETF-Sparplan oder Tagesgeld – was passt besser?

ETF-Sparplan und Tagesgeld erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Tagesgeld eignet sich eher für Geld, das sicher verfügbar bleiben soll. Dazu gehören Notgroschen, kurzfristige Rücklagen oder Geld für geplante Ausgaben.

Ein ETF-Sparplan eignet sich eher für langfristige Ziele, zum Beispiel Vermögensaufbau, Altersvorsorge oder den Aufbau eines zusätzlichen finanziellen Polsters.

Eine einfache Faustregel:

Geld, das Sie kurzfristig brauchen, gehört nicht in einen Aktien-ETF. Geld, das Sie langfristig investieren können, kann über einen breit gestreuten ETF-Sparplan angelegt werden.

Schritt-für-Schritt: So starten Anfänger mit einem ETF-Sparplan

1. Finanziellen Überblick schaffen

Bevor Sie investieren, sollten Sie wissen, wie viel Geld monatlich wirklich übrig bleibt. Fixkosten, Kreditraten, Versicherungen und Lebenshaltungskosten sollten zuerst berücksichtigt werden.

Falls Sie noch bestehende Kredite haben, kann es sinnvoll sein, zunächst teure Schulden zu prüfen. Mehr dazu finden Sie hier: Umschuldungskredit

2. Notgroschen aufbauen

Legen Sie zuerst eine Rücklage für unerwartete Ausgaben an. Das kann zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto sein. Erst wenn dieser Puffer vorhanden ist, sollten Sie Geld investieren, das Sie langfristig nicht benötigen.

3. Depot eröffnen

Für den Kauf von ETFs benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Dabei sollten Sie auf Depotgebühren, Sparplangebühren, verfügbare ETFs und Bedienbarkeit achten.

Mehr dazu: Depotkonto

4. Breit gestreuten ETF auswählen

Für Anfänger kann ein weltweit gestreuter Aktien-ETF sinnvoll sein. Wichtig sind niedrige laufende Kosten, ausreichendes Fondsvolumen und eine verständliche Indexstrategie.

5. Sparrate festlegen

Starten Sie mit einem Betrag, der dauerhaft zu Ihrem Budget passt. Eine kleine Sparrate ist besser als ein zu hoher Betrag, den Sie nach kurzer Zeit wieder stoppen müssen.

6. Langfristig dabeibleiben

Ein ETF-Sparplan lebt von Regelmäßigkeit und Zeit. Kursschwankungen sollten Sie nicht täglich verfolgen. Entscheidend ist die langfristige Entwicklung.

Häufige Fehler beim ETF-Sparplan

Viele Anfänger machen beim Investieren ähnliche Fehler. Dazu gehören:

Zu spät anfangen:
Wer lange wartet, verliert wertvolle Zeit für den Vermögensaufbau.

Zu viel auf einmal wollen:
Ein hoher Sparbetrag klingt gut, ist aber nicht sinnvoll, wenn er finanziell belastet.

Zu spezielle ETFs wählen:
Themen-ETFs können spannend wirken, sind aber oft riskanter als breit gestreute ETFs.

Bei Kursverlusten verkaufen:
Schwankungen sind normal. Wer langfristig investiert, sollte nicht bei jeder Korrektur nervös werden.

Kosten ignorieren:
Auch kleine Gebühren können langfristig einen Unterschied machen.

Für wen ist ein ETF-Sparplan geeignet?

Ein ETF-Sparplan kann geeignet sein, wenn Sie langfristig Vermögen aufbauen möchten, regelmäßige Beträge investieren können und bereit sind, Kursschwankungen auszuhalten.

Weniger geeignet ist ein ETF-Sparplan, wenn Sie das Geld kurzfristig benötigen, keine Rücklagen haben oder bei Verlusten schnell nervös werden.

Auch wer hohe Konsumschulden oder teure Kreditraten hat, sollte zunächst prüfen, ob eine Entschuldung oder Umschuldung wichtiger ist als der Start einer Geldanlage.

Fazit: Ein ETF-Sparplan kann ein guter Einstieg sein

Ein ETF-Sparplan ist eine einfache Möglichkeit, regelmäßig und langfristig in den Kapitalmarkt zu investieren. Besonders für Anfänger kann er sinnvoll sein, weil bereits kleine Beträge ausreichen und breit gestreute ETFs das Risiko besser verteilen als einzelne Aktien.

Trotzdem bleibt ein ETF-Sparplan eine Anlage mit Schwankungen. Gewinne sind nicht garantiert, Verluste sind möglich. Deshalb sollten Anleger nur Geld investieren, das sie langfristig entbehren können.

Wer mit einem stabilen finanziellen Fundament startet, ein passendes Depot wählt und langfristig dabeibleibt, kann mit einem ETF-Sparplan Schritt für Schritt Vermögen aufbauen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

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